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Exkursion in Gambia 1974

Auf zu neuen Ufern-der Beginn unserer Expedition

Westafrika  bedeutete  für  uns  in  jenen  Jahren  lange  Hafenliegezeiten. Häufig  wurde  mit  bordeigenem Geschirr  gelöscht  und die  Luken  von  der  Mannschaft  für  die  nächste  Ladung  vorbereitet. Abwechslung  an  Land  war  in   den  meisten  Häfen,  bis  auf  wenige  Ausnahmen,  sehr eingeschränkt. Eine  sehr  beliebte  Freizeitbeschäftigung  waren  daher  unsere  Ausflüge  mit  dem  Rettungsboot. Man  packte  ein  paar  Getränke  ein  und  tauschte  vorher  die  Wachen  bzw.  den  Tagestörn, so  das  jedes  Besatzungsmitglied  mal  in  den  Genuss  solcher  einer  Fahrt  kam. Beliebt  waren  Flußfahrten  bzw.  Angeltouren. Ganz  hoch  im  Kurs  dabei  stand  das  fischreiche  Mündungsgebiet  des  Gambia-Flusses  bei  Banjul, dem  früheren  Bathurst. Hier  gab  es  immer  was  zu  fangen  und  ein  Barracuda  war  dabei  das  erhoffte  Anglerglück.

Der  Gambia-River  durchzieht  mit  einer  Länge  von  knapp  500 km  den  Urwald  Afrikas  und  hat  in  seinem  Mündungsdelta  eine  Breite  von  ca. 22 km. Dieser  Fluß  ist  eine  wichtige  Verkehrsader  für  den  gleichnamigen  Staat  Gambia.

Auf zu neuen Ufern-der Beginn unserer Expedition

Mangrovensümpfe  wechselten  sich  mit  palmbesäumten  Ufern  ab. Dazwischen  vereinzelt  Reisfelder  und  dichte  Schilfgürtel. Reisanbau, der  durch  den  in  der  Regenzeit  periodisch  über  die  Ufer  tretenden  Fluss begünstigt  wurde. Fruchtbarer  Boden. Am  Rande  dieser  Felder  ärmliche  Schilf- und Bambushütten, die  man  oft  erst  durch  den  Rauch  einer  Feuerstelle  im  dichten  Grün  entdeckte. Ein  Paradies  für  die  verschiedensten  Tiere  dieses  Erdteils, die  unser  Boot  lautstark  akustisch  begleiteten. Affen, Krokodile, Flusspferde  und  die  lautstarke  bunte  Vogelwelt. Ab  und  zu  zogen  langsam  Delphine flussaufwärts vorbei  und  scheuchten  ein  paar  Pelikane  auf, die  laut  mit  ihren  Flügeln  auf  das  Wasser  klatschten  und  ihrem  natürlichen  Fluchtreflex  laut  schreiend  nachkamen.

Manchmal  kamen  ein  paar  Fischer  lautlos  auf  Einbäumen  vorbei  und  entwickelten  mit  ihren  geflochtenen  Bambuspaddeln  und der  Strömung  eine  enorme  Geschwindigkeit. Mitunter  kreuzte  eine  überfüllte  und  überladene  Fähre  den  Fluss.

Wir  liessen  uns  im  Fluss  treiben  und  genossen  die  verschiedensten  fremdartigen  Eindrücke. Die  riesige  Wasserschlange, die  den  Fluss  überqueren  wollte, das  Knacken  im  Gebüsch, das  Schreien  der  Affen  und  die  vielen  fremdartigen  Vogelstimmen. Mitunter prustete  auch  ein  Flusspferd  laut  und  deutlich  in  unserer  Nähe.

Man  dachte  aber auch  an  die  blutige  Geschichte  dieses  Flusses. Viele  Millionen  Afrikaner  wurden  auf  diesem  Weg  in  die  Sklaverei  nach  Übersee  verschleppt. So  manche  Festung  am  Rande  des  Flusses ist stummer  Zeuge  dieser  Zeit.

Ankunft in einem Fischerdorf am Fluss
Ob Gross oder Klein-wir wurden freundlich empfangen
Wir wurden freundlich zum Essen eingeladen-ein kleiner Zuverdienst
Bei entsprechender Mitgift hätte man sofort heiraten können....
Man machte sich extra schick
Für die Jungs waren wir die Helden-Aye Aye,Sir!

 

                                                                 Fortsetzung auf Banjul II.


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