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Ankunft im Heimathafen Wismar

1973. Die letzten Stunden vor dem Einlaufen ziehen sich hin wie Gummi. Die restlichen Tage einer Reise waren meist nochmal stressig und mitunter war wenig Schlaf angesagt. Die kurze Folge der mit Ladung zu bedienenden Kontinenthäfen Westeuropas, mit Schleusen und Revierfahrten, kostete Schlaf. Selten hatte man dann noch ein Auge für die Schönheiten des Nord-Ostsee Kanals. Überall entwickelte sich an Bord nochmal eine Emsigkeit. Es wurde überall geputzt und gewerkelt in den einzelnen Bereichen um das Schiff für die Inspektion vorzubereiten. Reiseabrechnungen und Bestellungen für die nächste Reise wurden geschrieben. Inventuren wurden durchgeführt und die Reiseberichte bekamen ihren letzten Feinschliff.

Die Gedanken waren dann meist schon bei der bevorstehenden Ablösung, Urlaub, der Familie und der Liebsten. Andere, die erst noch für den Hafenbetrieb in Wismar verblieben, wollten sich landfein machen unter dem Motto: "Hallo Mädels wir kommen, wir entern Muttchens Milchbar." Die ersten deutsprachigen Radiosender, später auch Fernsehsender, konnte man empfangen und signalisierten eindeutig man kommt der Heimat näher. Als man dann Reede Wismar erreichte, erfreute man sich erstmal in den Sommermonaten an dem satten Grün der Landschaft . Wohltuend, nach monatelangen überwiegend Gelb - und Brauntönen der nordafrikanischen Länder in der Mittelmeerfahrt. Während dieser Träumereien erwartete man dann fast sehnsuchtsvoll den Schlepper der Bagger-Bugsier- Bergungsreederei, der das Schiff in den Hafen verbringen sollte. Bordseitig liegt die Schleppleine bereit, der Lotse kann kommen. Joo, man war auch stolz, dass man eine Reise erfolgreich zu Ende gebracht hat.

Manöverstation achtern - Schleppleine klar
Schlepper "Palmer Ort" -Bilder zum anklicken

Ankunft im Winter

Manövrieren im Hafenbecken
Der vereiste Hafen Wismar
Schleppen zum Liegeplatz

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